Malala

Malala

Mädchen mit Buch

Theater Kempten

Jahr: 2016

Regie: Silvia Armbruster

Bühne u. Kostüme: Stefan Morgenstern

Foto: Mark Noormann

Theater im Mehrwert

(…) In der Kemptener Inszenierung, der ersten der neuen Theaterdirektorin Silvia Armbruster für ihr Haus, ist es eine Autorin. In einem mit dicken Teppichen ausgelegen Arbeitszimmer will Susanne Monbijou (Julis Jaschke) die Geschichte von Malala erzählen. Doch sie scheitert zunächst; das weiße Papier vor ihr bleibt leer. Sie muss noch vorher recherchieren, bevor sie die ersten Zeilen wird beschreiben können.

Die Zuschauer im kleinen Saal des Kemptener Theaters werden Zeugen dieses Suchprozesses. Zu beiden Seiten des Arbeitszimmers sitzen sie, auf der eine Seite die frauen, auf der anderen die Männer. Bewusst getrennt, vielleicht um ein Gefühl zu bekommen, wie es ist, wenn die weiblichen und die männlichen Sphären konträr zueinander stehen – wie in Pakistan. Regisseurin Silvia Armbruster, Schauspielerin Julia Raschke und Bühnenbildner Stefan Morgenstern, ziehen alle Register um das Stück nicht wie trockenen Sozialkunde-Unterricht wirken zu lassen. Da peitschen Schüsse durch den Raum, Stimmen aus dem Off mischt sich ein, Videoclips flimmern an Wänden und Decke. Im Handumdrehen verwandelt sich das Arbeitszimmer in ein pakistanisches Haus, wo Panik ausbricht, die Bewohner ihr Hab und Gut zusammenraffen und flüchten müssen. Pädagogisch mustergültig gibt es eine Pinnwand, auf der Fotos von Malala und ihrem Gegenspieler, dem Hassprediger Fazlullah, hängen.

So verflüssigt sich das Lehrstück Nick Woods trotz der Informationsflut zu einer 70-minütigen Erzählung mit spannenden und berührenden Momenten.

(…) Die Welt ist verdammt kompliziert. Und wir wissen, das wir vieles nicht wissen. Gerade da ist Theater mit Ambitionen und Mehrwert die richtige Antwort.

Klaus-Peter Mayr / Allgäuer- Zeitung

Blog gegen den Terror der Taliban

Ein mutiges Mädchen schreibt für dasn Recht auf Bildung und wird auf dem Weg zur Schule angeschossen.
Ein Theaterstück bringt Malalas Geschichte auf die Bühne – für jugendliche in aller Welt.

(…) „ 9. Oktober 2012, 16:30 Uhr“ erinnert sich die Frau, einer Autorin, die in diesem Moment die Website der Bbc anklickte, die ihr Stoff füe ein Buch leifern sollte. Schüsse knallen durch das Stadttheater. Wo eben noch fröhlich geschwatzt und gelacht wurde, ist Ruhe einegekehrt.
Die Geschichte der jungen Kinderrechtsaktivitin Malala Yousafzai ging um die Welt. Ihr nähert sich die Schauspielerin Julia Jaschke vom Theater Kempten in der Rolle einer Autorin in Nick Woods Ein-Personen-Stück „Malala – Mädchen mit Buch“. So ergreifend, dass die jungen Theaterbesucher der Reihe Six-Pack über 70 Minuten keinen Mucks von sich geben. Erst als die Bühne sich verdunkelt, brechen sie in Jubel aus und erheben sich von den Stühlen, um stehend zu applaudieren.

(…) Es ist ein Stück, das aufwühlt und die Zuschauer fordert. Aufmerksam verfolgen sie, wie sich die Puzzle-Teile zu einem Bild zusammenstzen. Es zeigt eine Mädchen, das die Welt verändern will, und macht Mut, es ihr gleich zu tun. Stifte, die am Ende verteilt werden, sollen die Theaterbesucher daran erinnern, dass es sich lohnt zu kämpfen. Darauf steht. „Ein Kind, ein Lehre.r, ein Buche und ein Stift verändern die Welt. Malala.“
Großes und bewegendes Theater

Kerstin Rickert / Mindener Tagesblatt